Archivgut Vorlass

Mag.a Anna N. NL 273

Jänner 1955 bis Dezember 2017

Weitere Informationen

Einrichtung: Sammlung Frauennachlässe | Wien
Jahr: Jänner 1955 bis Dezember 2017
Sprache: Deutsch
Beschreibung:

Orte: verschiedene Orte im Bundesland Salzburg, verschiedene Orte in Deutschland u.a.

Quellentypen: Tagebuch (Jugendtagebuch, Frauentagebuch, Traumtagebuch): 152 Bände; Korrespondenz (Freundschaftskorrespondenz, Freundinnenkorrespondenz): 2 Schreiben; Weiteres: 1 Verzeichnis

Zum Bestand: Schreiberin: Mag.a Anna N. (Pseudonym); 1940-2021, geb. und gest. im Bundesland Salzburg

Übergeberin: Mag.a Anna N. , 2019



Mag.a Anna N. war Grafikerin, Lehrerin und Künstlerin. Sie ist in einer Stadt im Bundesland Salzburg aufgewachsen. Ab Ende der 1950er-Jahre studierte sie Kunst in einer österreichischen Stadt. Nach Abschluss ihres Studiums 1963 arbeitete Anna N. als Grafikerin unter anderem in einer Stadt in Deutschland. Sie war verheiratet und ab den 1970er-Jahren als Kunstlehrerin an einem Gymnasium in ihrer Heimatstadt tätig.

Anna N. hat im Zeitraum von Jänner 1955 bis Dezember 2017 Tagebuch geschrieben. Die Aufzeichnungen sind in 152 verschiedenen Notizheften und -büchern im Format A5 eingetragen. Wegen Datenschutzbestimmungen sind diese Aufzeichnungen eingeschränkt zugänglich.

Für ihr frühestes Tagebuch hat Anna N. ein ledergebundenes Notizbuch mit 340 Seiten verwendet. Dieses hatte sie über dreißig Jahre lang in Gebrauch: Es wurde 1955 als Jugendtagebuch begonnen und bis 1985 geführt. Alle darauffolgenden Aufzeichnungen hat Anna N. in Schreibhefte im unterschiedlichen Umfang von 24 bis 200 Seiten eingetragen. Alle Bände sind nummeriert und mit dem jeweils beschriebenen Zeitraum beschriftet. Die Titel reichen von „1. Tagebuch mit Unterbrechungen von 1.1.1955 bis 26.7.85“ bis zum „152. Tagebuch vom 18.8.17-13.12.17“.

Die frühen Einträge aus Anna N.s Jugend sind zumeist aufwendig mit Fahr-, Eintritts- und Postkarten, einzelnen Korrespondenzstücken, getrockneten Blumen, Strickmustern und anderen Erinnerungsstücken sowie mit zahlreichen Zeichnungen gestaltet worden. Im August 1957 vermerkte sie dazu: „Ich bin zwar nicht verliebt, aber es macht mir Spaß so zu zeichnen.“ In diesen Einträgen standen tägliche Erlebnisse in der Schule und bei den Tanzstunden sowie die Beziehungen zu Freundinnen und Freunden im Zentrum: „Meine Meinung über Buben ist bedeutend schlechter geworden. Ich habe sie jetzt noch besser kennengelernt“ (18. Jänner 1957).

Während ihrer Studienzeit hat Anna N. ihre Einträge zunehmend hastiger und stichwortartiger verfasst. Inhalte sind weiterhin vor allem persönliche Ereignisse und Gedanken, Unternehmungen mit Freundinnen sowie Bekanntschaften mit Männern: „Christa bekommt wahrscheinlich ein Kind. Von Harald eine liebe Karte Träume von Hawaii, schön!“ (15. Jänner 1961). Zu den schriftlichen Einträgen hat Anna N. teilweise Eintritts- oder Fahrkarten von verschiedenen Unternehmungen eingeklebt. Darunter befindet sich unter anderem eine Stellenanzeige für Grafikerinnen, die als Zeitungsausschnitt beigefügt wurde und die auf Anna N.s neue Anstellung als Grafikerin verweist (29. Oktober 1961).

Von 1963 bis 1983 hat Anna N. in größeren Schreibintervallen nur einzelne Ereignisse kurz notiert, wie etwa ihren Studienabschluss „11h Diplomverleihg!“ (28. Juni 1963) oder den Tod von Bekannten.

Ab 1984 führte sie wieder regelmäßig Tagebuch. Hierbei fand vermehrt auch das Tagesgeschehen in Österreich und der Welt Eingang, das Anna N. in Tageszeitungen konsumiert hat. Ab 1985 hat sie ihre täglichen Einträge zunehmend mit Zeitungsausschnitten erweitert gestaltet. Die Ausschnitte hat sie mit Markierungen versehen oder auch kommentiert: „Korruption wohin man schaut!“ (28. Mai 2003).

Ab den 2000er-Jahren hat Anna N. einzelne Ereignisse bereits auf den Deckblättern der Tagebücher festgehalten, wie „Raub des Salzfasses (Cellini) Irak Krieg ‚Sars‘-Epidemie 1000 Tote Algier Geiselbefreiung Algerien“ („80. Tagebuch vom 8.4.2003-21.5.2003“). Dabei wurden ggf. auch Ereignisse aus ihrem Leben vermerkt: „Attentat 11. Sept. 2001 New-York! Krieg Afghanistan + 21.10. Fr. Wolf 24.10. Tel Tierheim 26.10. Besuch Tierheim 31.10. Streuner aus Tierheim nach Hause!“ („71. Tagebuch vom 16.9.2001 bis 2.12.2001“). Einzelne Ereignisse oder Daten wurden zudem auf der Innenseite der Einbände notiert. Auf zwei Tagebüchern wurde auch die Sammlung Frauennachlässe erwähnt: Einmal findet sich der Verweis: „Frauennachlässe! -> („111. Tagebuch vom 30.6.08-8.8.08“), einmal ist ein Zeitungsbericht über das Archiv aufgeklebt („145. Tagebuch vom 26.11.15-31.3.2016“).

Den Fokus ihrer Aufzeichnungen legte Anna N. dennoch weiterhin auf tägliche Ereignisse und die Beschreibung ihrer Tagesabläufe. Thema waren dabei vor allem ihre Arbeit als Lehrerin und im Garten, Krankheiten, die Beziehungen zu ihrer Mutter, zu Freundinnen und Freunden sowie zu ihrem Ehemann. Teilweise hat Anna N. in kurzen Absätzen auch Träume festgehalten, wie „Ich will zu einer Burg (Gefahr), 2 Männer, Frau“ (7. Dezember 1990).

Insgesamt hat Anna N. häufig Passagen durch farbige Unterstreichungen oder Markierungen hervorgehoben. So wurden beispielsweise beschriebene Träume hellblau markiert.

Aus 1989 und 1993 ist je ein Brief von Anna N. erhalten, den sie an ihre Freundin und an ihren Ehemann geschrieben hat. Zudem hat sie in einem 11-seitigem Verzeichnis Ereignisse in ihrem Lebenslauf festgehalten.

Anmerkung:
Aus Datenschutzgründen werden in diesem Online-Verzeichnis alle Nachnamen abgekürzt angegeben. Die mit den Übergeber/innen der Bestände jeweils vertraglich vereinbarte Verwendung der Namen ist bei der Recherche vor Ort abzuklären.
Gesamten Bestand von Sammlung Frauennachlässe anzeigen

Standort

Sammlung Frauennachlässe
c/o Institut für Geschichte, Universität Wien

Universitätsring 1
1010 Wien
Telefon: +43 (0)1 4277 408 12
Öffnungszeiten
Die Bestände können nach Vorlage des Forschungsvorhabens an vereinbarten Terminen eingesehen werden. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Website https://sfn.univie.ac.at unter Benutzung + Recherche.
Benutzungszeiten, für die ein Termin vereinbart werden kann, sind Mi & Do 11.00 - 17.00 Uhr bzw. auf Anfrage (per Mail oder telefonisch).
Die erste Sichtung der Quellen erfolgt in den Räumlichkeiten der Sammlung Frauennachlässe. Für die spätere Bearbeitung ist eine Aufstellung der Materialien in der Fachbibliothek für Geschichte möglich.

Ich stimme der Nutzung von Google Maps zu.

Ähnliche Einträge