Buch Monografie

Frauen gegen den § 218 : 18 Protokolle, aufgezeichnet von Alice Schwarzer ; mit einem Bericht der Sozialistischen Arbeitsgruppe zur Befreiung der Frau, München, und einem Nachwort von Alice Schwarzer

Verfasst von: Schwarzer, Alice info
Frankfurt am Main: Suhrkamp , 1971 , 155 S. S.

Weitere Informationen

Einrichtung: FrauenMediaTurm | Köln
Signatur: SE.11.158
Verfasst von: Schwarzer, Alice info
Körperschaft: Sozialistische Arbeitsgruppe zur Befreiung der Frau ; Aktion 218
Ausgabe: Erstausg., 1. Aufl.
Jahr: 1971
Sprache: Nicht einzuordnen
Beschreibung:
Das Buch enthält 18 Gespräche mit Frauen, die abgetrieben haben, einen Text der "Sozialistischen Arbeitsgruppe zur Befreiung der Frau" München, und ein Nachwort von Alice Schwarzer. Darin schildert sie das Entstehen des neuen Frauenprotestes gegen den Paragraphen 218 und analysiert die sexistische Funktion des Abtreibungsverbotes bei der Unterdrückung der Frauen. Das Nachwort dokumentiert, wie die "Aktion 218" entstand und zum Auslöser für die neue Frauenbewegung in der BRD wurde. Die Interviews, die mit Frauen unterschiedlichster ökonomischer und sozialer Lage geführt wurden, zeigen die Auswirkungen des § 218 auf Frauenleben: Frauen werden bevormundet und gedemütigt, sie sind psychisch und physisch verstümmelt. Schwarzers Kernthese: Es geht beim § 218 nicht um ein wirkliches Verbot der Abtreibung, denn das Gesetz wird trotz hunderttausendfachen Verstoßes in jedem Jahr juristisch längst nicht mehr angewandt; es geht vielmehr um die Einschüchterung, Demütigung und Entmündigung von Frauen, mehr noch, um ihre Festlegung auf die Frauenrolle. Ihre Sexualität wird von der Angst vor der ungewollten Schwangerschaft beherrscht, ihr Leben ist dem Schicksal einer nicht gewollten Mutterschaft ausgeliefert. Die Protokolle zeigen auch, daß die Frauen mit der Problematik nicht nur von der Gesellschaft, sondern auch von den eigenen Männern/Freunden sehr allein gelassen werden. - In Schwarzers Nachwort werden die zum Teil kraß frauenfeindlichen Reaktionen von Parteien, Kirchen, Medizinern und Medien auf den Frauenprotest von 1971 dokumentiert. Die gängigsten medizinischen, juristischen und moralischen Argumente werden analysiert. \[W9]\Das Buch war im Herbst 1971 das erste aus den feministischen Reihen, das in der BRD den neuen Frauenkampf gegen den § 218 dokumentierte. Seine Autorin war selbst Initiatorin der den Protest auslösenden "Aktion 218" (dem Selbstbekenntnis der 374 Frauen im Stern: "Ich habe abgetrieben"). Frappant ist, daß die aktuellen Argumente gegen eine juristische Straflosigkeit der Abtreibung genau dieselben sind wie die von damals - Argumente, gegen die Feministinnen schon damals sehr genaue Gegenargumente ins Feld führten.
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