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Verfasst von: Leocádio, Victor; Friedrich, Carmen; Klüsener, Sebastian; Bujard, Martin; Sulak, Harun; Verona, Ana Paula; Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB)
Jahr: 2026
Band: 4-2026
ISSN: 2196-9574
Sprache: Englisch
Beschreibung:
Aktuelle Forschungsergebnisse zu den Unterschieden in der Fertilität zwischen Männern und Frauen zeigen sowohl Kontinuitäten als auch Veränderungen. Während Frauen in Ländern mit hohem Einkommen tendenziell eine höhere Fertilität aufweisen als Männer, zeigen Studien aus den nordischen Ländern, dass sich der zuvor steile negative Bildungsgradient bei Frauen im Laufe der Zeit abgeschwächt hat. Bei Männern hingegen ist weiterhin ein positiver Bildungsgradient in der Fertilität zu beobachten. Studien, die diesen Trend über die nordischen Länder hinaus untersuchen, sind jedoch rar. In dieser Studie untersuchen wir, ob ähnliche geschlechtsspezifische Muster bei den allgemeinen Fertilitätstrends und der Fertilität nach Bildungsgrad auch in Deutschland, dem größten westeuropäischen Land, zu beobachten sind. Dazu nutzen wir eine neue Erhebungsquelle (FReDA - Die Deutsche Familiendemografische Panelstudie), deren großer Stichprobenumfang erstmals für Deutschland eine detaillierte Analyse geschlechtsspezifischer Fertilitätsunterschiede ermöglicht. Wir berechnen die Kohortenfertilitätsraten, die Kinderlosigkeitsraten und das durchschnittliche Alter bei der Geburt des ersten Kindes für die Kohorten der Jahre 1971-1981. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die aus FReDA berechneten Fertilitätsergebnisse für Frauen mit der amtlichen Geburtenstatistik bzw. dem Mikrozensus übereinstimmen. Differenzierte Ergebnisse zeigen, dass die Kohortenfertilität von Frauen in Deutschland deutlich über der von Männern liegt und viele Ähnlichkeiten mit den in anderen europäischen Ländern beobachteten Mustern aufweist. Entsprechend den Trends in den nordischen Ländern kam es in Deutschland zu einer Angleichung der Fertilitätsergebnisse zwischen Frauen mit mittlerem und hohem Bildungsniveau. Dies könnte mit familienpolitischen Reformen zusammenhängen, die von der Familienpolitik in den nordischen Ländern inspiriert waren. Familienpolitische Maßnahmen scheinen besonders dazu beigetragen zu haben, die Geburtenrate von Frauen mit hohem Bildungsniveau zu stärken.
Anmerkung:
begutachtet
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