Buch Monografie

Wider die Grausamkeit : Für einen feministischen und dekolonialen Weg

Verfasst von: Segato, Rita Laura [weitere]
Wien: Mandelbaum , 2021 , 204 S.

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Einrichtung: Frauensolidarität | Wien
Verfasst von: Segato, Rita Laura; Sandra, Schmidt
Schriftenreihe: kritik & utopie
Jahr: 2021
Maße: 17 cm
ISBN: 3854769040
Sprache: Deutsch
Beschreibung:
Strategien der Grausamkeit sind dort am Werk, wo das Unvorhersehbare des Lebens gezwungen ist, sich Aspek­ten von Messbarkeit und Konsumierbarkeit, also den Nützlichkeitserwägungen des Kapitalismus, zu unterwerfen. Paradigmatisch hierfür stehen das Patriachat, die Gewalt gegen Frauen und die Ausbeutung ihrer Körper. Dieser Grausamkeit gilt es, etwas entgegen zusetzen: eine Strategie des subversiven Ungehorsams und einer widerständigen Unkonventionalität, für die Ambivalen­zen zentral sind. Im Denken der Dekolonialität, das sich mit der auch von Marxist*innen unterstellten Prämisse eines vorgefertigten Bildes der idealen Gesellschaft auseinandersetzt, besteht die wahre Utopie der Geschichte in ihrer Unvorhersehbarkeit. Für Rita Segato spielt ihre anthropologische Feldforschung zu den Femiziden in Mexiko eine ebenso bedeutende Rolle wie eine spezifische theoretische Rahmung: Die Analyse der lateinamerikanischen Realität zeigt, wie der eurozentrische Blick, der auch die Wissenskon­figurationen Lateinamerikas prägt, die Sicht auf das Entscheidende eher verstellt denn erhellt. Mit diesem Band wird erstmals eine deutsche Übersetzung einer der wichtigsten intellektuellen Stimmen Lateinamerikas vorgelegt. Rita Laura Segato widmet sich in ihrem Buch „Wider die Grausamkeit“ der geschlechterspezifischen Gewalt in der lateinamerikanischen Geschichte. Ziel des Buches ist es, eine „Pädagogik wider die Grausamkeit“ zu entwickeln, die Frauen* Ermächtigungsstrategien im Handeln gegen das Patriarchat an die Hand geben soll. Bei der Publikation handelt es sich um eine Zusammenstellung dreier Vorträge der argentinischen Autorin und Anthropologin, die in Brasilien lehrte. Sie untermauert darin ihre anthropologische Feldforschung zu patriarchaler Gewalt mit der theoretischen Auseinandersetzung im Rahmen des Kolonialismus-Diskurses. Wie der Untertitel bereits andeutet, erhebt sie dabei den Anspruch, einen Beitrag zu der „Verschränkung zwischen dem dekolonialen Denken und einer Kritik des Patriarchats“ zu leisten und damit die zeitgenössische feministische Forschung voranzutreiben. „Wider die Grausamkeit“ ist sowohl eine theoretische als auch praktische Kampfansage an bestehende patriarchale und koloniale Machtgefüge. Beim Lesen wird schnell deutlich: Nur ein gemeinschaftlich gedachter Feminismus kann diesen Strukturen überwinden.
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