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Geschlechtliche, sexuelle und beziehungsorientierte Vielfalt in Biologieschulbüchern an bayerischen Realschulen der Jahrgangsstufe 8 : Eine qualitative Inhaltsanalyse der vom bayerischen Staatsministerium genehmigten Lernmittel
Urheberin:
Weiß, Jasmin
2024
Hier verfügbare Digitalisate
Weitere Informationen
| Einrichtung: | gesis |
|---|---|
| Link: | Volltext |
| Urheberin: | Weiß, Jasmin |
| Jahr: | 2024 |
| Sprache: | Deutsch |
| Beschreibung: | |
| Die Vermittlung geschlechtlicher und sexueller Vielfalt ist gesetzlich im Bildungsauftrag verankert, gerät allerdings zunehmend unter Druck, beispielsweise durch Anpassungen wie das sogenannte Genderverbot für Behörden in Bayern (vgl. Bayerische Staatskanzlei 2000). Schulbücher nehmen bei der Vermittlung von Inhalten zu sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität und Repräsentation von Beziehungsformen eine zentrale Rolle ein, da sie zum einen ein bevorzugtes Hilfsmittel für Lehrkräfte darstellen und zum anderen staatlich genehmigt werden müssen. Darüber hinaus lassen sich hegemoniale Diskurspositionen der deutschen Gesellschaft rekonstruieren. Der Beitrag untersucht auf Basis einer Zulassungsarbeit, inwiefern geschlechtliche, sexuelle und beziehungsorientierte Vielfalt in drei vom bayerischen Staatsministerium genehmigten Biologieschulbüchern der Jahrgangsstufe acht an Realschulen repräsentiert werden. Die Grundlage dafür bietet eine theoriegeleitete qualitative Inhaltsanalyse (vgl. Mayring 2022), welche Konzepte wie Hetero- und Cisnormativität, epistemische Ungerechtigkeit (vgl. Fricker 2023) und das hidden curriculum miteinschließt. Unter hidden curriculum versteht sich ein sogenannter geheimer Lehrplan, welcher in Bildungsinstituten und konkret durch Lehrkräfte (unbewusst) vermittelt wird und indirekt Aufschluss über soziale Strukturen und Ordnungen gibt (vgl. Hilgers 1994; Apple 2024). Die Auswertung der Schulbuchanalyse erfolgt anhand eines selbst entwickelten Kategoriensystems, das normativ-kulturelle Deutungsmuster sichtbar macht und zwischen impliziten und expliziten Botschaften unterscheidet. So werden Bilder beispielsweise anhand der Kategorien queer-passing oder hetero-passing implizit eingeordnet, beziehungsweise anhand von Bildunterschriften explizit zugeordnet. Die Ergebnisse zeigen, dass die aktuell vom bayerischen Staatsministerium genehmigten Schulbücher in Realschulen weiterhin stark von binären und heteronormativen Geschlechter- und Sexualitätsvorstellungen geprägt sind. Nicht-binäre, trans* oder inter* Identitäten aber auch pan- oder asexuelle Personen werden kaum bis gar nicht benannt oder angemessen repräsentiert. Vorherrschende Normen und Machtstrukturen bleiben weitestgehend unreflektiert und beziehungsorientierte Vielfalt überwiegend unsichtbar. Es zeigt sich deshalb ein Spannungsverhältnis zwischen dem rechtlich verankerten Bildungsauftrag und deren Darstellung in zugelassenen Schulbüchern. Diese Studie leistet einen Beitrag zur schulbuchdidaktischen Forschung, verweist auf die Notwendigkeit von queer-sensiblen Lehr-/ Lernmaterialien und richtet sich an Akteur*innen der Lehrkräftebildung sowie der Bildungsadministration und der Schulbuchentwicklung. | |
| Anmerkung: | |
| begutachtet | |
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